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Nationalismus, ein Übel!
Strikt deutsch
„Gejammer über die Lage, Trump, ›Rechte‹, oder Technikgiganten darf nicht eigenes Handeln ersetzen. Die Illusion, man sei ausgeliefert, ist falsch, armselig und gefährlich. Migrationskontrolle, Energiegewinnung, Wehrhaftigkeit, Haushalt, Bildung, KI-Entwicklung – wir haben es in der Hand, was aus uns wird.“
Reinhard Müller, „Wir haben es in der Hand“, „Frankfurter Allgemeine Zeitung“ („FAZ“), 20.4.2026, S. 1. (Leitkommentar)
International
„SPIEGEL: Washington zeigt wenig Interesse an einer Änderung der Machtverhältnisse.
LULA: Trump wurde nicht zum Kaiser der Welt gewählt. Er kann anderen Ländern nicht pausenlos mit Krieg drohen. Wir müssen diese Welt in Ordnung bringen: sie ist dabei, sich in einen einzigen Kriegsschauplatz zu verwandeln. 2025 wurden 2,7 Billionen Dollar für Waffen und Militär ausgegeben. Dieses Geld könnte man besser für die Bekämpfung des Hungers oder des Analphabetismus in Afrika oder Lateinamerika ausgeben. (…)
Ich besitze keine Zauberformel. Ich kann nur feststellen, was mich die Universität des Lebens gelehrt hat: Niemand respektiert jemanden, der sich nicht selbst Respekt verschafft. Ich habe Trump gesagt: Du kannst erzählen, dass du die größten Schiffe, Flugzeuge und Raketen der Welt besitzt. Ich will Frieden, mein Land will sich entwickeln. Mein Krieg mit dir ist ein Krieg der Narrative. Diese Zölle sind ein Irrtum, weil die USA seit Jahren einen Handelsbilanzüberschuss mit Brasilien haben. Lasst uns also keine unwahren Geschichten erzählen.“
Brasiliens Präsident Luiz Inácio Lula da Silva im „SPIEGEL-Gespräch“, Nr. 17/17.4.2026, S. 48-50, hier S. 49.
Zu überwinden
„Einer der Grundwidersprüche ist der folgende: während das Wirtschaftsleben den Internationalismus oder besser Kosmopolitismus zur notwendigen Voraussetzung hat, hat sich das staatliche Leben immer mehr im Sinne des ›Nationalismus‹, ›des Sich-selbst-Genügens‹ usw. entwickelt.“
Antonio Gramsci zur Weltwirtschaftskrise 1929, „Gefängnishefte“, Heft 13, 1933, § 5 „Vergangenheit und Gegenwart. Die Krise.“
Die generelle und unerträgliche Krise besteht darin, daß es auf keinen Fall so weitergehen kann, darf und soll.
Brasiliens Präsident Lula weist bemerkenswert darauf hin, wie sehr treffliche Rationalität und eine unerschütterliche Überzeugung Wirkung zeigen.
Nun ist diese vernünftige Auffassung mit einer „Autorität“ eines leitenden Amtes verbunden, für das größte Land von Lateinamerika. Dieses Amt basiert jedoch auf einer demokratischen Wahl, einer breiten Bewegung daraufhin sowie einer dezidierten Gegnerschaft zum Reaktionär Bolsonaro (& Co.), der von Donald Trump massiv unterstützt worden ist.
Hiermit ist also ein Lehrstück für Bewegung, Wahl und Alternative für das Richtige gegeben.
Glauben, so heißt es, versetze Berge. Diese Metapher läßt sich kritisch und positiv anwenden für jegliche gesellschaftliche Auseinandersetzung respektive für die Überwindung der universellen Krise.
Somit sind Krieg, Aufrüstung, Militärgeist und Gewalt, Umweltzerstörung, Elend, Mühsal und Lüge, auch die AfD, kein Schicksal, das widerstandslos, individuell und niedergestimmt hinzunehmen ist.
Die Bewegung existiert mit der (auch internationalen) Friedensbewegung, mit sozialen Protesten mancherlei Art, mit entsprechenden Initiativen in (einigen) Parteien und in den Gewerkschaften.
Gleichfalls in Bildung, Kunst, Kultur und im medizinischen Bereich zeigt sich zunehmend begründeter Unmut wider die Verrohung der gesellschaftlichen Verhältnisse. Klugheit und Reichweite dieser Aktivitäten erweitern sich mit jedem Schritt. Der Horizont der humanen Ansprüche ist nicht begrenzt und weitet sich mit jedem Engagement für die höheren Zwecke.
Die Wissenschaften, die Hochschulen, ihre Akteure, steigern ihren Sinn, ihre verantwortungsvolle Wirksamkeit mit einer wachsenden Beteiligung an dieser vernünftigen und heilvollen Tendenz.
Nicht zuletzt die Verteidigung bzw. neue Vitalisierung der Zivilklauseln bringt den erforderlichen Schwung in Sinn und Zweck der wissenschaftlichen Bildung, den Initiativcharakter der Wissenschaften für die Gesellschaft sowie die Entwicklung mündiger Persönlichkeiten und einen helleren Alltag. Beginnen heißt Fortsetzen. Das Gelingen schafft eine erfreuliche Kultur.