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Ohne höheres Wesen
Trump wackelt
„Die Zustimmungswerte für US-Präsident Donald Trump sind auf den niedrigsten Stand seit seiner Rückkehr ins Weiße Haus gefallen. In einer am Dienstag veröffentlichten Umfrage des Instituts Ipsos für die Nachrichtenagentur Reuters äußerten sich 36 Prozent der befragten Bürgerinnen und Bürger in den USA zufrieden mit Trumps Amtsführung. In der Vorwoche waren es noch 40 Prozent gewesen. Als Gründe für den Rückgang gelten gestiegene Benzinpreise und eine breite Ablehnung des von den USA gemeinsam mit Israel begonnenen Krieges gegen den Iran. (…)
Besonders unzufrieden zeigten sich die Befragten mit Trumps Umgang mit den Lebenshaltungskosten, einem zentralen Thema seines Wahlkampfes im Jahr 2024. Nur 25 Prozent stellten ihm hier ein gutes Zeugnis aus. (…)
Der Krieg gegen den Iran, der mit koordinierten Angriffen der USA und Israels am 28. Februar begann, stößt ebenfalls auf wachsende Ablehnung. 61 Prozent der Befragten missbilligten die Angriffe (Vorwoche 59 Prozent), während 35 Prozent (37 Prozent) sie befürworteten. Trump war mit dem Versprechen angetreten, ›dumme Kriege‹ zu vermeiden.“
„Donald Trump wird immer unbeliebter“, „Wirtschaftswoche“, 24.3.2026.
Gegen das Völkerrecht
„Es gibt eine konstante Bedrohung Israels durch Iran, aber ein unmittelbarer Angriff auf Israel oder die USA war nicht abzusehen. Im Gegenteil: Der Angriff Israels und der USA erfolgte während laufender Verhandlungen der USA mit Iran in Genf, die nach übereinstimmenden Berichten produktiv verliefen. Kurzum: Da nur eine der Voraussetzungen erfüllt ist, kann von einer unmittelbaren Bedrohung Israels und der USA nicht die Rede sein. Damit ist der Angriff schlicht völkerrechtswidrig. (…)
Dass die USA nun genau in dem Moment angegriffen haben, in dem der Vermittler Oman von einem möglichen Durchbruch in den neuen Verhandlungen sprach, ist verheerend, aber folgt einem bekannten Muster. Verhandlungen werden zugelassen, ihr Ergebnis aber nicht abgewartet. Stattdessen nutzt man den Prozess, weil der Gegner in Gesprächsphasen leichter zu überraschen ist. Das zerstört Vertrauen weit über den konkreten Fall hinaus, denn andere Staaten lernen daraus: Wer verhandelt, ist nicht sicherer; womöglich ist er nur berechenbarer geworden.“
Nicole Deitelhof (Prof. für internat. Beziehungen an der Universität Frankfurt M., geschäftsführendes Vorstandsmitglied des Leibnizinstitutes für Friedens- und Konfliktforschung), „Ohne Recht und Ziel: Der Krieg gegen Iran“, „Blätter für Deutsche und Internationale Politik“, Nr. 4 2026, S. 69-73, hier S. 69 u. 71.
Positiver Grundsatz
„Das aber fürchten die Aristokraten am meisten; mit der Zerstörung der nationalen Vorurteile, mit dem Vernichten der patriotischen Eigensinnigkeit schwindet ihr bestes Hülfsmittel der Unterdrückung.“
Heinrich Heine an Friedrich Merckel (Kaufmann in Hamburg), Frühjahr 1833.
Wir können unbeirrt konstatieren: Selbst Donald Trump ist kein höheres Wesen. Zwar mit vielen institutionellen Machtmitteln ausgestattet, hochmanipulativ sowie brutal willkürlich bis zum Anschlag, aber nicht frei von Kritik, Widerstand und notwendiger Alternative. Deshalb bröckelt ja auch seine Zustimmung, seine Hegemonie des Wahnsinns und jegliches Vertrauen in die Verbesserung der gesellschaftlichen Lebenslage der Mehrheit der US-Bevölkerung.
Auch die Weltgemeinschaft ist alles andere als einverstanden mit dieser destruktiven Hau-drauf-Methode, die nicht nur Opfer fordert, sondern auch in die Nähe einer Weltwirtschaftskrise führt.
Zu den bedeutend kritischen Stimmen gehören gleichfalls die Wissenschaftlichen Dienste des Bundestages, die die Angriffe der USA und Israels gegen den Iran in den Operationen „Epic Fury“ (mit extremer Wut) und „Roaring Lion“ (wer brüllt hier?) als völkerrechtswidrig bewerten. (Friedrich Merz dürfte in Unruhe geraten.)
Geschichte, Bedeutung und normengerechte Anwendung des Völkerrechts sind aber entscheidend für eine humane Entwicklung der internationalen menschlichen Zivilisation.
Gewaltfreiheit, die Überwindung des Elends, nachhaltige Demokratisierung, die Beendigung des Raubbaus an der Natur, zivile Konfliktregulierung und internationale Kooperation stehen dagegen auf der Tagesordnung zur Verwirklichung lebenswerter Bedingungen und Möglichkeiten.
Kriegsgegnerschaft – kontra Vorurteile, „Kriegstüchtigkeit“, Befehl und Gehorsam sowie gegen die fundamentale Fehlverwendunng gesellschaftlicher Ressourcen – bedeutet auch ein Ja für die Verwirklichung des Allgemeinwohls und der Menschenwürde in Wort, Person und Tat.
Alle Beteiligten an den Wissenschaften, der Bildung, der pädagogischen, der kulturellen, der künstlerischen Arbeit finden darin, dabei und dafür einen lebendigen Sinn des verantwortlichen gesellschaftlichen Bezuges. Zum Krieg muß niemand hindenken oder hingehen. Auch vermeintliche Gleichgültigkeit ist schädlich. Engagement wirkt. Höhere Zwecke finden Mitwirkende. Es wird heller. Der Horizont weitet sich. Ansprüche steigen. Lebenssinn wird substanziiert.
Ohne höheres Wesen
Trump wackelt „Die Zustimmungswerte für US-Präsident Donald Trump sind auf den niedrigsten Stand seit seiner Rückkehr ins Weiße Haus gefallen. In einer am Dienstag veröffentlichten Umfrage des Instituts Ipsos für die Nachrichtenagentur Reuters äußerten sich 36 Prozent der befragten Bürgerinnen und Bürger in den USA zufrieden mit Trumps Amtsführung. In der Vorwoche waren es noch 40 Prozent gewesen. Als Gründe für den Rückgang gelten gestiegene Benzinpreise und eine breite Ablehnung des von (…)