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Die Not mit der Wehrpflicht

Eine Beleuchtung

Es hakt noch
„Kommt Deutschland mit einem freiwilligen Wehrdienst aus – oder braucht es doch die Pflicht zum Dienst in der Bundeswehr, ähnlich wie in früheren Tagen? Diese Frage beantworten CDU/CSU und SPD unterschiedlich. Die Union glaubt nicht, dass ein freiwilliger Dienst genug Freiwillige anlockt, um das Land ausreichend verteidigungsbereit zu machen. Die Sozialdemokraten lehnen dagegen einen verpflichtenden Dienst ab. Jetzt spitzt sich der Streit zu. Eigentlich war geplant, dass nächste Woche der Gesetzentwurf von Verteidigungsminister Boris Pistorius zur Einführung eines freiwilligen Wehrdienstes in den Bundestag eingebracht und in 1. Lesung beraten wird. Daraus wird nun nichts. Die zuständige Arbeitsgruppe von Union und SPD wird noch eine oder mehrere Wochen Zeit brauchen, um zu einer Einigung zu kommen. Das erfuhr die F.A.Z. am Freitag aus Unionskreisen. [Hört, hört!] Man sei aber auf einem guten Weg, hieß es. Man arbeite in der Arbeitsgruppe konstruktiv zusammen.“
Mona Jäger, „Der schwierige Weg zum Wehrdienst“, „Frankfurter Allgemeine Zeitung“ („FAZ“), 4.10´25, S. 4.

Traum mit Bedeutung
„Heute nacht habe ich von einem Mann geträumt,
der hatte sich seinen Talar schwarzweißrot umsäumt.
Er rollte seine kleinen Kalmückenaugen und hackte auf mir herum –
ich stand hinter einer Schranke, und er redete laut und dumm.
Er sagte: »Was? Sie wollen über einen
Generalfeldmarschall etwas dichten?
Über diesen großen Mann hat nur die Geschichte zu richten!
Ich lasse den Saal räumen! Ruhe! Sind Sie Kommunist? Jetzt rede ich!
Ich nehme Sie in eine Ordnungsstrafe! Was denken Sie sich eigentlich! –«
Und da wollte ich meine Meinung nicht länger verstecken.
Ich sage:
»Herr«, sage ich, »… …… …. .. …… ……!«
Aber wie das so ist in der Welten Lauf –:
grade, wenns am schönsten wird, dann wacht man auf.“

Kurt Tucholsky, „Träume“, 1925.

Nicht alle Träume sind „Schäume“: Die Freiwilligkeit zum Kriegsdienst läßt CDU/CSU (der AfD sowieso), dem Militär und der Rüstungsindustrie zu wünschen übrig. Die Propaganda zur „Kriegstüchtigkeit“ mag nicht so richtig zünden.

Wer glaubt die spekulativen Bedrohungsszenarien? Ist die Bundeswehr nicht schon längst eine Interventionsarmee im Ausland? Sind damit immer humanitäre Absichten, Motive verbunden? Ist die strukturelle Hierarchie des Militärs kulturell angenehm und beispielgebend für die Gesellschaft? Lohnt es sich, für „das Vaterland zu sterben“? Wem nützt die Gewalt? Haben wir nicht wichtigere Aufgaben? Mag die steigende Erwerbslosigkeit nicht anders besser oder gar überhaupt überwunden werden? Fragen eines aufgeklärten Menschen.

1) Zustand
Die Welt, wie sie ist,
bedarf gründlicher Heilung,
humaner Gestalt.

2) So nicht
Der Kriegsgott Mars ist
ein deutlich schlechtes Beispiel
für gutes Leben.

3) Opposition
Wesentliches Nein
beinhaltet in der Tat
die Wohlentwicklung.

4) Vernunft
Wissen, eingreifend,
ist die gemeinsame Kraft
zum Besseren hin.

Die Zivilklauseln der Hochschulen sind ein verbindlicher Maßstab. Einsicht, Aussicht und solidarisches Engagement.