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Millionen gegen Trump
Aufbruch
„In den Vereinigten Staaten haben am Samstag zahlreiche Bürger friedlich gegen Donald Trumps Politik demonstriert. An den >No-Kings-Protesten<, die von mehreren Gruppen organisiert wurden, nahmen laut Veranstalter etwa sieben Millionen Menschen an mehr als 2700 Orten teil. Allein in New York versammelten sich demnach mehr als 100.000 Personen. In der Stellungnahme heißt es unter anderem, Millionen Amerikaner hätten >Autoritarismus zurückgewiesen< und die Welt daran erinnert, >dass unsere Demokratie dem Volk gehört und nicht den Ambitionen eines einzelnen Mannes<. Aufnahmen zeigten Demonstrationen in demokratisch regierten Städten wie New York, Chicago und Washington, aber auch in traditionell in republikanisch geprägten Gebieten in Texas und Alabama. Der amerikanische Präsident reagierte mit einem KI-Video auf Truth Social auf die Proteste. Darin ist Trump als Pilot eines Kampfflugzeugs mit Krone auf dem Kopf zu sehen, wie er an Fäkalien erinnernden braunen Schlamm auf Demonstranten in New York abwirft. Der Sprecher des Repräsentantenhauses, Mike Johnson, sprach von >Hass auf Amerika< -Protesten.“
Sofia Dreisbach, „Millionen demonstrieren gegen Trump“, Frankfurter Allgemeine Zeitung“ („FAZ“), 20.10´25, S.1.
Aus Erfahrung gut
„Die Mächtigen sind ohne die Beherrschten ohnmächtig, sie brauchen sie mehr als umgekehrt. Das weiß Zinn [US-Historiker], das lernt der Leser durch Zinn. Es sind die Bewegungen von unten, das zeigt er Beispiel für Beispiel und pars pro toto, von denen der Fortschritt in eine bessere Gesellschaft abhängt. Sie sind es, die wie >Shays´Rebellion< verhindern wollen, dass der demokratische Moment der Revolution, von 1776, als die USA sich vom Britischen Empire lossagten, nicht zur konterrevolutionären Verfassung im ausschließlichen Interesse der Besitzenden führt. Sie sind es, denen es bis 1912 fast gelingt, eine marxistisch orientierte >Socialist Party< beinahe an die Stelle der >Democrats< zu setzen. Sie sind es, deren Klassenkämpfe von unten die weitreichenden Reformen des >New Deal< hervorzubringen, zu denen die Einführung einer 94-prozentigen Abschöpfungssteuer für alle Einkommen über 200.000 Dollar im Jahr gehörte, aus der dann Sozialstaat, Umweltschutz und Kultur finanziert wurden. Sie tun es, wenn sie sich dagegen wehren, in Kriegen, die nicht ihren Interessen dienen, verheizt zu werden. Dadurch beenden sie Kriege, wie in Vietnam. Und es sind sie, die, wenn sie gegen das Patriarchat revoltieren, die Möglichkeit von gleichen und freien Geschlechterbeziehungen hervorbringen. (…) Es ist der richtige Moment, die Geschichte des amerikanischen Volkes neu aufzulegen, den sie ist eine Waffe gegen linkes Ohnmachtsgefühl, Melancholie und Resignation.“
Ingar Solty, „Die USA, erzählt von unten“, „der Freitag“, Nr. 42/16.10.´25, S. 27. Besprechung des Buches (Neuauflage), „Eine Geschichte des amerikanischen Volkes“, Howard Zinn, Sonja Bonin Übers.).
Donald Trump, die Republikaner (Mehrheit), die Evangelikanen und andere reaktionäre Hilfskräfte sind dabei, die USA in eine lupenreine Diktatur umzuwandeln - mit negativen Auswirkungen auf die globalen gesellschaftlichen Bedingungen.
Die USA sind nach wie vor Hochrüstungsland (2024 rund 997,3 Milliarden Dollar). Es wird mit Rassismus regiert. Die Gewaltenteilung wird ausgesetzt. Sozial- und Bildungsprogramme werden eliminiert. Gegen Demonstrierende wird die Nationalgarde eingesetzt. Renommierte Universitäten wie Havard werden drangsaliert. Andere Länder werden mit abenteuerlichen Zöllen erpresst. Denunziationen und Lügen des Präsidenten der USA sind in unausgesetzter Folge. Um nur einiges zu nennen. Gewalt und „America first!“
Das bleibt nicht ohne Zerstörungen, aber auch nicht ohne Widerstand, in Medien, Öffentlichkeit, und Widerspruch selbst bei den Republikanern. Trumps Zustimmungswerte sinken nach unten.
Nun wallt in den Vereinigten Staaten Massenprotest auf. Er richtet sich insgesamt gegen die rigide Autokratie von Trump & Co.
Er zeigt, dass es möglich ist, die scheinbare Alternativlosigkeit substanziell in Frage zu stellen und zu überwinden. Wenn die demokratische und ethische Opposition mit einem ökonomischen bzw. durchgreifenden sozialen Reformprogramm verknüpft wird, ist ein „New Deal“ (infolge der Weltwirtschaftskrise ab 1929) greifbar respektive die Wirklichkeit eines wesentlich humaneren Gesellschaftsvertrages.
Dieser „New Deal“ (s.o., zweites Zitat) war eine gesellschaftliche Alternative zum historischen Faschismus und eine Voraussetzung zur Bildung der Anti-Hitler-Koalition (USA, UDSSR, Groß Britannien), die 1945 zur Befreiung von Diktatur und Krieg führte und neue Maßstäbe für eine bessere Weltordnung gesetzt hat.
Dieses historische Beispiel hat aktuelle Bedeutung. Die Beendigung des Kriegs (als Prinzip), die friedliche Koexistenz der Länder, Staaten und Bevölkerungen, der Aufbau und die Förderung von öffentlichen sozialen Einrichtungen, der Naturschutz, die Sanierung und Erweiterung der öffentlichen Infrastruktur, die staatliche Begünstigung von Gesundheit, Bildung und Kultur, gestützt auf die erhebliche Besteuerung von Gewinnen und Vermögen, ist eine fundamentale andere Möglichkeit im Gegensatz zur desaströsen Fortsetzung der rein gewinnorientierten Despotie.
Es gilt, das menschliche Leben rundum angenehmer zu machen. Dafür sind Beispiele, Möglichkeiten, Ansprüche und ausbaubares Engagement vorhanden.