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Wider den Trumpismus

Nachhaltige Reformen für eine positive Wende

Im Auftrag
„Im Auftrag der südafrikanischen G-20-Präsidentschaft hat eine unabhängige Sonderkommission unter der Führung von Stiglitz [Joseph, Ökonom, Wirtschaftsnobelpreisträger 2011] Anfang November einen Bericht vorgelegt, wonach die Arm-Reich-Schere nicht nur Gesellschaft und Demokratie schade, sondern auch der Wirtschaft. Wichtigste Forderung ist die Einrichtung einer internationalen Kommission zur Ungleichheit (International Panel on Inequalitiy; IPI). (…) In dem Bericht seiner Kommission fordern die Experten die G-20-Statten auf, die internationalen Wirtschaftsregeln zu modernisieren, eine gemeinsame Besteuerung sicherzustellen und neue Kooperationsmodelle etwa im Handel und bei der grünen Transformation zu entwickeln. Einzelne Länder hätten zusätzlich die Möglichkeit, die Rechte der Arbeitnehmer zu stärken und zu fördern, die Marktmacht großer Unternehmen zu begrenzen, hohe Kapitalerträge effektiver zu besteuern in öffentliche Dienste zu investieren und eine progressive Steuer- und Ausgabenpolitik umzusetzen. Die neue Weltordnung könne jetzt Form annehmen, zeigt sich Stiglitz optimistisch.“
Andreas Landwehr, „>Trump hat eine Handgranate in die globale Ordnung geworfen<“, „Frankfurter Allgemeine Zeitung“ („FAZ“), 24.11´25, S. 19.

Die Laufrichtung ändern
„>Ach<, sagte die Maus, >die Welt wird enger mit jedem Tag. Zuerst war sie so breit, daß ich Angst hatte, ich lief weiter und war glücklich, daß ich endlich rechts und links in der Ferne Mauern sah, aber diese Mauern eilen so schnell aufeinander zu, daß ich schon im letzten Zimmer bin, und dort im Winkel steht die Falle, in die ich laufe.< >Du mußt nur die Laufrichtung ändern<, sagte die Katze und fraß sie.“
Franz Kafka, „Kleine Fabel“, 1920.

Satire
„Nationalökonomie ist, wenn die Leute sich wundern, warum sie kein Geld haben. Das hat mehrere Gründe, die feinsten sind die wissenschaftlichen Gründe, doch können solche durch eine Notverordnung aufgehoben werden. Über die ältere Nationalökonomie kann man ja nur lachen und daher dürfen wir selbe daher mit Stillschweigen übergehn. Sie regierte von 715 vor Christo bis zum Jahre 1 nach Marx. Seitdem ist die Frage völlig gelöst: die Leute haben zwar immer noch kein Geld, wissen aber wenigstens, warum.“
Kurt Tucholsky, „Kurzer Abriss der Nationalökonomie“, 1931.

Eine tatsächlich neue Weltordnung ist charakterisiert. Sie besteht nicht in Kriegen, Aufrüstung, Militarisierung, Machtpolitik, Heroismus, Kadavergehorsam und der bedenkenlosen, tonnenschweren Verbrennung fossiler Brennstoffe.

Seit dem „Jahre 1 nach Marx“ und fortgesetzt ist bekannt, daß die Ausbeutung des Menschen und der Natur nicht ewig, natürlich und zwangsläufig sein muß. Diese gefährliche und im Kern nicht menschenwürdige Verwicklung ist dringend fundamental korrekturbedürftig. Die Laufrichtung ist zu ändern. Wirkliches Wissen weiß warum.

Deshalb haben Joseph Stiglitz et alii aus Südafrika den Auftrag für ein globales Reformprogramm bekommen. Diese Aufgaben sind nur im wachsenden Frieden zu verwirklichen: Gewaltfrei, ohne militärische Verschwendung, in internationaler Kooperation, mit demokratischem Engagement, und in der Höherwichtung sozialer Aufgaben, Bildung mündiger Menschen, kultureller Teilhabe, einem förderlichen Gesundheitssystem, allgemein ziviler Infrastruktur und einem stärkeren Alltagsbewußtsein positiver gesellschaftlicher Gestaltung. Das Leben habe Vorrang vor der nationalen Bereitschaft zum Sterben. „Süß und ehrenvoll...“ ist das Ewiggestrige.

So sind auch die Friedensbewegung, die Arbeitskämpfe und die neu wachsenden sozialen Ansprüche zu verstehen und zu beherzigen, die sich gegen die politische Verrohung – ebenso nicht zuletzt gegen die AfD – richten, die eine Verbesserung der gesellschaftlichen Lebensbedingungen fordern und auf das Allgemeinwohl orientiert sind. Angenehm, sinnvoll und nützlich ist es, die sozialen Bedingungen menschlich zu gestalten. Ein neuer Wind kommt auf.

Die Hochschulen, die Wissenschaften, ihre Akteure befinden sich mittendrin.
Forschung, Lehre, Bildung; Wahrheitsfindung, Aufklärung bzw. rationale gesellschaftliche Intervention haben eine gewachsene Bedeutung für eine humane Perspektive und erfordern ein erweitertes Verständnis von gesellschaftlicher Verantwortung bewußtseinsbildenden Handelns.

Ambitionen, Analysen, Argumente haben Gewicht. Sie sind in die Waagschale zu werfen.


Entwicklung
In langen Linien denken,
die Welt zum Besseren lenken.
BAE!-Sinnvers für den Westflügel des Hauptgebäudes der Universität.