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Dokumentation von Grundsatzpapieren zur Arbeit des Akademischen Senats (AS) aus dem Jahre 2009

„Zum Geleit“

Die Entwicklung gelingt in bewegenden Gegensätzen

„An den Marull
Groß willst du und auch artig sein?
Marull, was artig ist, ist klein.“

Gotthold Ephraim Lessing, Sinngedichte 1753-1771.



Inhalt

0. Editorial
I. Zum Geleit XLVII - „Finanzkrise“: Was fangen wir mit dem „Wort des Jahres“ an?
II. Zum Geleit XLVIII - Genesung oder Das richtige Verlassen des Falschen
III. Zum Geleit XLIX - Keine schlafenden Hunde wecken oder Der Pfad der Tugend
IV. Zum Geleit L - Im Dunkeln ist gut Munkeln oder Die Sinnhaftigkeit des Lichtschalters
V. Zum Geleit LI - Der erste Schritt: Aus Fehlern lernen.
VI. Zum Geleit LII - Laßt uns sehen!
VII. Zum Geleit LIII - Vergangenheit, Gegenwart, Zukunft oder Die aktive Rolle des Lernens
VIII. Zum Geleit LIV - Gedanke, Gestaltung! oder Das nützliche Ende des großen Muß
IX. Zum Geleit LV - Es ist ein Jung entsprungen


0. Editorial

„Geschichtlich gehörte die Kommune zu Frankreich, und ihre Gedanken werden heute langsam in der ganzen bürgerlichen Welt nachvollzogen. Aber der Fluch, den diese bürgerliche Welt mit der Ausrottung der Kommune auf sich gezogen hat, ist damit nicht getilgt. Die Geister der Erschlagenen kämpfen weiter - immer noch - auch heute noch.“
Sebastian Haffner, „Die Pariser Kommune“, Ein Prolog zum 20. Jahrhundert, Stuttgart 1985.

Liebe Kommilitoninnen und Kommilitonen, liebe Kolleginnen und Kollegen -

im Krisenjahr 2009 hat ein Sechstel der Weltbevölkerung unter Hunger gelitten. Problemlösungen wider die gefährlichen klimatischen Veränderungen werden durch gewinnbornierte Standortpolitik behindert. Mit öffentlicher Bankenfinanzierung, Steuerentlastung für die Reichsten und Kurzarbeit, Aussperrungen und Entlassungen wälzt das Establishment der bürgerlichen Gesellschaft die Lasten der ökonomischen Krise (noch) auf die Bevölkerung ab. So gibt die Bundesrepublik auch 10 Prozent ihres Etats für Rüstung und Kriegführung aus. Damit ist der soziale Gegensatz zwischen Arm und Reich weltweit weiter zum spannungsreichen Konflikt zwischen skrupelloser Ausbeutung oder humanistischer Produktivität für und durch Alle gereift: Barbarei oder Zivilisation.

Die Universität Hamburg agiert seit ihrer Gründung vor 90 Jahren widersprüchlich in diesem Spannungsfeld. Die ihr seit 2001 mit dem CDU/Schill/FDP-Senat aufgedrückte Doktrin der wirtschaftlichen „Leistungsfähigkeit“ („Out-Put“) hat sie Schritt für Schritt zum Teil des gesellschaftlichen Desasters des neoliberalen Regimes gemacht. Für streng hierarchisierende ökonomische Verwertung wurden Demokratie, soziale Offenheit sowie Bildung und Wissenschaft als Emanzipation aller Menschen eingeschränkt.

Gegen diese von der obersten Uni-Leitung typisch exekutierte Politik richtete sich deshalb die inneruniversitäre Opposition, der es im vergangenen Jahr gelang, die ratiophobe Präsidentin Monika Auweter-Kurtz abzuschütteln. Auch damit hervorgebracht ist eine stadtweite Debatte um die notwendige Demokratisierung der Hochschulen und für den Verbleib und eine sinnvolle Erweiterung der Universität in Eimsbüttel. Ebenso befördert das intensive Engagement für Gebührenfreiheit als Voraussetzung kritischer Bildung und sozial verantwortlicher Wissenschaft den notwendigen Disput über Sinn und Zweck verantwortlicher Hochschulen.

Gegen diese progressive Orientierung wendet sich nun die CDU-Behörde mit machtpolitischer Operette. Sie will die destruktive Teilung der Universität („MIN“ soll immer noch auf den Kleinen Grasbrook). Die (selbst-)kritische Erneuerung der Universität soll zudem im Verein mit dem wirtschaftsnahen Hochschulrat und den willigen Kräften in der akademischen Selbstverwaltung verhindert werden. Dem dient die feudale Einsetzung von Dieter Lenzen als nächstem Uni-Präsidenten, einem Manne, der tief in elitär-konservativer Ideologie haust und als Unternehmer- Lobbyist ein Anti-Wissenschaftler par excellence ist.

Wider diese dekadente Kultur wird es fast zur Pflicht, für Egalität, Erkenntnis und andauernde Lebensfreude gemeinsam Fahrt aufzunehmen.

Auf das suggerierte „Gib’s auf!“ antwortet das „BAE!“ u.a. mit den hier zusammengestellten Publikationen „Zum Geleit“. Sie sollen, jeweils veröffentlicht aus Anlaß einer Sitzung des Akademischen Senats, zur Fundierung und Entfaltung einer solidarischen, kritischen und aufgeklärten Alternative zum Mainstream anregen. Der aufmerksame Blick in die Geschichte emanzipatorischer Kämpfe, in humanistische Literatur, Künste und Wissenschaften für die zivilisatorische Potentialität menschlichen Denkens und Wirkens. Die Universität sei ein Impulsgeber für die Verbesserung der sozialen Lebensbedingungen.

Wir wünschen eine anregende Lektüre.

Liste LINKS, harte zeiten - junge sozialisten, FachSchaftsBündnis


I. Zum Geleit XLVII

Zur AS-Sitzung am 18. Dezember 2008

Ohne kritische Opposition ist keine lebendige Demokratie. Der Akademische Senat hat immer wieder Schwierigkeiten damit. Zwar mehren sich die kritische Stimmen gegenüber der Anordnungslust der obersten Uni-Leitung und besonders gegen die normierende und selektive Out-Put-Orientierung der „Belastungs- und Leistungsorientierten Mittelvergabe“, auch wird sich erneut für die Abschaffung der Studiengebühren positioniert, aber ein Beschluß für den Verbleib der Universität in Eimsbüttel wird gemieden. (Daran hat sich bisher leider nichts geändert.) Die fadenscheinige Begründung: Parlamentarische Demokratie bedeute, man habe auf die Entscheidung des politischen Senats zu warten. Diese Selbstentmündigung macht Demokratie zu einer verengten Formsache. Soziale und geschichtsbewußte Interessenvertretung dagegen erfordert, die Scheu vor sozialen Kategorien und politischem Handeln zu überwinden.

„Finanzkrise“:

Was fangen wir mit dem „Wort des Jahres“ an?

1) Wort ist ungleich Wort

„Mephistopheles. Ich wünsche nicht, Euch irre zu führen
Was diese Wissenschaft betrifft, [Theologie]
Es ist so schwer, den falschen Weg zu meiden,
Es liegt in ihr so viel verborgnes Gift,
Und von der Arzenei ist’s kaum zu unterscheiden.
Am besten ist’s auch hier, wenn ihr nur E i n e n hört,
Und auf des Meisters Worte schwört.
Im ganzen - haltet Euch an Worte!
Dann geht Ihr durch die sichre Pforte
Zum Tempel der Gewißheit ein.
Schüler. Doch ein Begriff muß bei dem Worte sein.“

Johann Wolfgang v. Goethe, „Faust I“, Schülerszene, 1808.

Wenn es denn statt „Finanzkrise“ genauer Spekulationskrise, Weltwirtschaftskrise, möglicherweise Verteilungskrise oder gar Gerechtigkeitskrise, denkenswerterweise auch Vernunft- oder Menschlichkeitskrise hieße, kämen die bemühten Artikel und erst recht die notwendigen Konjunkturprogramme - besonders die Bildungs-, Sozial- und Kulturförderungen - der Wahrheit respektive dem nützlichen Handeln ein gutes Stück näher.

2) Schäumendes Oben

„Denn das Wort ist der Feind des Geheimnisvollen und ein grausamer Verräter der Gewöhnlichkeit.“
Thomas Mann, „Bekenntnisse des Hochstaplers Felix Krull“, 1954.

Der Herr Professor (Un-)Sinn, Religionslehrer für die Ökonomie, weiß viel (Un-)Rat und meinte jüngst zu den Folgen der Weltwirtschaftskrise betreffs Teutoniens: „Wir schwimmen wie die Korken auf den Wogen der Weltkonjunktur.“ Das klang wie eine tiefenpsychologische Selbstaussage, denn einige schwimmen ganz oben und werden heftig hin- und hergetrieben; unter ihnen ist das tiefe, tiefe kalte Meer.

3) Wort und Tat

„Über das Denken
Me-ti lehrte: Das Denken ist ein Verhalten des Menschen zu den Menschen. Es beschäftigt sich viel weniger mit der sonstigen Natur; denn zu ihr geht der Mensch stets den Umweg über den Menschen. Bei allen Gedanken muß man also die Menschen suchen, zu denen hin und von denen her sie gehen, dann erst versteht man ihre Wirksamkeit.“

Bertolt Brecht, „Me-ti/Buch der Wendungen“, entstanden in den 1930er Jahren des Exils.

Gerade in den Wissenschaften, den Künsten, der Politik - also in kooperativer Reflexion und Gestaltung der Gesellschaft, der menschlichen - sollte es bewußt und produktiv und heiter zugehen.

4) Courage und Wahrheit

„Viel Klagen hör ich oft erheben
Vom Hochmut, den der Große übt.
Der Großen Hochmut wird sich geben,
Wenn unsre Kriecherei sich gibt.“
Gottfried August Bürger, „Mittel gegen den Hochmut der Großen“, 1787.

Das Wissen über die Übel und ihre Gründe sowie Gründer ist meist vorhanden. Man suche sich Mitwisser und Mithandelnde, bringe die Wahrheit zum Ausdruck und fordere Konsequenzen aus den zutreffenden Einsichten. Das Lampenfieber weicht dann der Erfrischung.


II. Zum Geleit XLVIII

Zur AS-Sitzung am 22. Januar 2009

Die sogenannte Bankenkrise wird zugespitzt. Anstelle vernünftiger Investitionen in Arbeit, Bildung und Kultur für alle werden Milliardenbeträge in die Rettung „systemrelevanter“ Banken gepumpt. Aber welche Qualität hat ein solches System? In dieser Kontroverse hat den Akademischen Senat ein Zipperlein erfaßt. Emanzipatorische Bildung und Wissenschaft würde erfordern, dem Rotstiftpragmatismus der Präsidentin und ihrer Uni-Kanzlerin sowie dem handelskammergesteuerten CDU-Senat vehement zur widersprechen. Es werden Ausflüchte gesucht. Nachgedacht wird (febril) vorerst unter der Bettdecke:

Genesung
oder
Das richtige Verlassen des Falschen

1) Schlicht Licht

„Eines Tages, es mochten zehn oder zwölf vergangen sein, seit Hans Castorp bettlägrig geworden war, pochte es um diese Stunde, das heißt: bevor Joachim vom Abendessen und von der Geselligkeit zurückgekehrt war, an die Stubentür, und auf Hans Castorps fragendes Herein erschien Lodovico Settembrini auf der Schwelle - wobei es mit einem Schlage blendend hell im Zimmer wurde. Denn des Besuchers erste Bewegung, bei noch offener Tür, war gewesen, daß er das Deckenlicht eingeschaltet hatte, welches, von dem Weiß der Decke, der Möbel zurückgeworfen, den Raum im Nu mit zitternder Klarheit überfüllte.“
Thomas Mann, „Der Zauberberg/Ewigkeitssuppe und plötzliche Klarheit“, 1924.

Auch der Schnupfen als „Schicksal“ kann zum Ausdruck des gelebten Fatalismus werden: Weitgehend Dumpf, dunkel, ganz Körper, Jammer, trompetendes Schneuzen, betreutes Opfer mit Empfindungsfetzen - bei Männern: Wehleid; bei Frauen: Leidweh -, wird sich der Zeit überlassen. Vitamin C ersetzt die Hoffnung. Die Republik greift zum Taschentuch. Wer macht Licht?

2) So oder so

„Alle Staatsgewalt geht vom Volke aus.“
Artikel 20 (2) Grundgesetz der Bundesrepublik Deutschland, 1949.

Bei Regenwetter und bei aufgespannten Bankenschutzschirmen ist es umgekehrt.

3) Anzeichen

„Wiedersehen
Ein Mann, der Herrn K. lange nicht gesehen hatte, begrüßte ihn mit den Worten: ›Sie haben sich gar nicht verändert.‹ ›Oh!‹ sagte Herr K. und erbleichte.“

Bertolt Brecht, „Geschichten vom Herrn Keuner“, Erstveröffentlichungen ab den 1930er Jahren.

Das Entweichen der Gesichtsfarbe zeigt meist Gefährdungen an. Kehrt die Färbung ins Antlitz zurück, ist häufig eine relevante Erkenntnis entstanden. Daraus läßt sich immer etwas machen.

4) Die Besonderheit des Allgemeinen

„Wissenschaft im Dienst der Menschen: Durch ein breites Angebot wissenschaftlicher Dienstleistungen sowie durch Krankenversorgung auf dem neuesten Stand der Forschung dient die Universität dem Wohl der Menschen und der Erfüllung öffentlicher und gesellschaftlicher Aufgaben.“
„Leitbild“ der Universität, 1998.

Gesundheit ist die Möglichkeit der Erkenntnis des sozialen Zusammenhangs, die Entwicklung der kooperativ sinnvollen Handlungsweise respektive der nützlichen gemeinsamen Gestaltung der Bedingungen menschlicher Kultur. Körper und Geist gehören zusammen. Beide vertragen keine Züchtigung, sondern bedürfen vernünftiger Entfaltung.
Zwischen der „Wachsenden Stadt“ und dem „Leitbild“ bestehen gewisse Unterschiede.


III. Zum Geleit XLIX

Zur AS-Sitzung am 16. April 2009

Während der selbstverschuldet langen Sitzungspause überspannen die national gesinnten Damen in Behörde und Uni-Leitung kräftig den Bogen. Mit Unternehmensberatung und staatlichen Zuschüssen in großen Portionen wird in zerstörerischer Absicht Druck für die Uni-Verlagerung gemacht. „Exzellenz“ „Stärke“, „Innovativität“ und „Erfolg“ sowie „internationales Renomée“ sind die Fähnchen, die alle beeindrucken sollen. Der brave Dienst in der Konkurrenz, beziehungsweise die Selektion der Untauglichen wird recht unverhohlen gefordert. Das aber mehrt vor allem die kritische Distanz der Mitglieder des AS zu diesen martialischen Anliegen. In öffentlichen Diskussionen werden die Forderung und „Begründung“ des Uni-Umzugs und seine Repräsentantinnen nach allen Regeln der aufgeklärten Kunst, Wissenschaft und Politik auseinandergenommen. Weitere, reelle, humane Ansprüche und Taten müssen her. Luft! Wer öffnet die Fenster?

Keine schlafenden Hunde wecken
oder
Der Pfad der Tugend

1) Bescheidenheit

„Ich plädiere für Bescheidenheit der Politik. Wir, die wir hier in Berlin sitzen und Politik machen, dürfen unseren Lebensstil nicht mit dem Leben der meisten Bürger verwechseln. Es ist völlig in Ordnung, dass die Mehrheit der Bürger sich nicht nur für Politik interessiert, sondern sich auch um die Arbeit, die Liebe, die Familie, die Kinder, den Sport oder die Freunde kümmert. Ein Land, dessen Bürger von morgens bis abends an Politik denken - das wäre furchtbar. Umgekehrt gilt das übrigens auch. Ein Land, dessen Bürger gar nicht an die Politik denken, ist keine Demokratie.“
Bundesarbeitsminister Olaf Scholz (SPD) im Interview mit der „Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung“ („FAS“), 12.4.2009, S. 4.

Das Raumschiff der Regierung schwebt über Berlin.
Der Minister wünscht sich, daß der Bürger arbeitet, sich um seine Familie kümmert, sich für die Arbeit wieder erholt, seine Steuern zahlt und die Partei des Ministers wählt.
Üb’ immer Treu und Redlichkeit.

2) Das protestantische Original

„Johann Buddenbrook führte seine Tochter schweigend hinaus. Er selbst aber kehrte noch einmal zurück, schritt auf Herrn Grünlich zu, der, die Hände auf dem Rücken, am Fenster stand und in den Regen hinausstarrte, berührte sanft seine Schulter und sprach leise und mahnend: ›Fassen Sie sich. Beten Sie.‹“
Thomas Mann, „Buddenbrooks. Verfall einer Familie“, Vierter Teil, Neuntes Kapitel, 1901.

Der Betrüger, Heiratsschwindler und Bankrotteur Bendix Grünlich hat alles verwirkt und ist kläglich gescheitert.
Seine Gläubiger pochen unerbittlich mit hartem Knöchel an die schön verzierte Tür.
Der schöne Schein ist verschwunden. Johann Buddenbrook rät zum Beten.
Es ist wie im richtigen Leben.

3) Zwei Seiten des Sozialen

„Wer baute das siebentorige Theben?
In den Büchern stehen die Namen von Königen.
Haben die Könige die Felsbrocken herbeigeschleppt?
Und das mehrmals zerstörte Babylon -
Wer baute es so viele Male auf? In welchen Häusern
Des goldstrahlenden Lima wohnten die Bauleute?“

Bertolt Brecht, „Fragen eines lesenden Arbeiters“, „Svendborger Gedichte“, 1939.

Die Welträtsel zu lösen, ist nicht zuletzt die Aufgabe der Wissenschaften. (Schleier zu verhängen, ist dagegen derzeit die hochdotierte Tätigkeit des Herrn Professor Sinn.) Die Dichtkunst liefert zuweilen komprimierte sachdienliche Hinweise.
Die Verallgemeinerung des Wissens ist in der Tat eine praktische Angelegenheit.

4) Umstände des Denkens

„Wenn der Braten schlecht war, disputierten wir über die Existenz Gottes.“
Heinrich Heine, „Aus den Memoiren des Herren Schnabelewopski“, Kapitel IX, 1834.

Also: Der Braten muß gut sein.
Arbeiten wir daran.


IV. Zum Geleit L

Zur AS-Sitzung am 28. Mai 2009

Mit dem Struktur- und Entwicklungsplan (STEP) soll die inneruniversitäre Umverteilung des Mangels auf Kosten kritischer und sozial erforderlicher Inhaltlichkeit und für „mehr Naturwissenschaftler und Ingenieure“ (Auweter-Kurtz) zugespitzt werden. Proteste regen sich, insbesondere in der Erziehungswissenschaft. Die Studierendenschaft mobilisiert gegen das stupide Pauken im Ba/Ma-Korsett und für Gebührenfreiheit. Eine Urabstimmung zeigt erneut, daß die Gebühren nicht akzeptiert werden; der AS bekräftigt daher seine gebührenablehnenden Beschlüsse. Selbst die Hochschullehrer opponieren gegen das autoritäre Regime der Leitung; die Dekane schließen sich, befördert durch das Engagement der Studierenden, an. Der AS beschließt daher die kritische Befassung mit der Weigerung der Präsidentin, den gewählten Dekan der Geisteswissenschaften ins Amt zu rufen, setzt gegen den Willen des Präsidiums und der ehrenwerten Professoren einen Bauausschuß ein, er kritisiert die beabsichtigte Verschärfung der ökonomistischen Restriktionen durch das „Wissenschaftsförderungsgesetzt“ und wendet sich gegen die „Flexibilisierung“ der Arbeitszeiten für Lehrende. Ein neuer Weg wird somit betreten. Step by step.

Im Dunkeln ist gut Munkeln
oder
Die Sinnhaftigkeit des Lichtschalters

1) Unter Tage

„Wir hoffen, dass die Leute mehr Zeit haben, um in den Keller zu gehen und mit ihrer Eisenbahn zu spielen, wenn sie im Beruf nicht mehr so viel zu tun haben.“
Michael Pluta, Märklin-Insolvenzverwalter, Kommentar zu den Auswirkungen der wirtschaftspolitischen Lage auf den Absatz des Spielwarenherstellers.

Der satire-typische Spießer geht einmal pro Monat in den Keller, schließt die Tür hinter sich, macht das Licht aus - und lacht.
Im Kriminalroman werden dort Leichen vergraben, die sprichwörtlich als Vergehen figurieren, welche irgendwann doch an das Tageslicht kommen. Bisweilen werden im Keller auch Kartoffeln gelagert.
Nach Herrn Pluta gehen Einkommensreduzierte oder Erwerbslose dorthin, um mit etwas zu spielen, was sie sich ohnehin nicht leisten können.

2) Erdgeschoß

„Manchmal sieht man Freunde wieder, die es zu etwas gebracht haben. Neid? Nein. Aber wenn man lange nachgedacht hat, warum sie einem so fremd und so unsympathisch geworden sind, so dürfte es wohl dieses sein: ihre süßliche Erfolgsschnauze.“
Kurt Tucholsky, „Schnipsel“, 1932.

Das Erdgeschoß liegt über dem Keller. Der Weg vom einen zum anderen führt über das Treppenhaus. Meist ist der Weg nicht weit.

3) Beletage

„Die Stadt Hamburg ist eine gute Stadt; lauter solide Häuser. Hier herrscht nicht der schändliche Macbeth, sondern hier herrscht Banko. Der Geist Bankos herrscht überall in diesem kleinen Freistaate, dessen sichtbares Oberhaupt ein hoch- und wohlweiser Senat.“
Heinrich Heine, „Aus den Memoiren des Herren von Schnabelewopski“/Kapitel III, 1834.

Herr Hilmar Kopper, gut bekannt als „Mr. Peanuts“ („Peanuts“: 50 Millionen DM Verbindlichkeiten gegenüber Handwerksbetrieben durch den unternehmerischen Hasardeur Jürgen Schneider), ehemals Chef der Deutschen Bank, soll nun Oberhaupt der HSH Nordbank werden.
Das ist - nach Gutsherrenart - ungeschönte CDU-Politik (siehe Heinrich Heine).

4) On the road again

„8
Und noch etwas macht ein wenig bedenklich
Über den Zweck der Propaganda: je mehr es in unserem Land Propaganda gibt
Desto weniger gibt es sonst.“

Bertolt Brecht, „Notwendigkeit der Propaganda“, „Svendborger“ Gedichte 1939.

Namenswerte Wissenschaft ist: die Augen öffnen, den Kopf heben, Gründe suchen, die Richtung wählen, Möglichkeiten entdecken, Gleichgesinnte finden und Dunkelheit bekämpfen.
Und: Lachen bei Tage ist keine Schande.


V. Zum Geleit LI

Zur AS-Sitzung am 9. Juli 2009

Die Präsidentin ist abgetreten. Sie hat sich für eine gesellschaftlich verantwortliche Hochschule als unqualifiziert erwiesen. Der Akademische Senat ist nun gefordert, ein Programm für die demokratisch souveräne und sozial eingreifende Entwicklung der Universität zu diskutieren. Wie ist menschlich angerichteter Schaden zu heilen? Wie sind Studienplätze zu schaffen? Studieninhalte und -bedingungen zu humanisieren? Können Fächervielfalt und kritische Pluralität der wissenschaftlichen Methoden und Theorien neu gefördert werden? Auf welche Weise ist die bauliche Erweiterung in Eimsbüttel zu realisieren? Nach dem emanzipatorischen Durchbruch ist erweitert kritische Initiative gefragt.

Der erste Schritt: Aus Fehlern lernen.

1) Ach, Mensch!

„Wenn du die Kunst genießen willst, mußt du ein künstlerisch gebildeter Mensch sein; wenn du Einfluß auf andre Menschen ausüben willst, mußt du ein wirklich anregend und fördernd auf andre Menschen wirkender Mensch sein.“
Karl Marx, „Ökonomisch-philosophische Manuskripte“, 1844, Marx-Engels-Werke (MEW), Erg.-Bd. 1, S. 567.

Zu den leidvollen Erfahrungen gehört, daß Leiden sich nicht lohnt.
Wiederholungen können also vermieden werden.

2) Brotgelehrte

„Wenn einer eine Lampe erfindet, die jahrzehntelang nicht ausbrennen kann, dann wird die Erfindung von Lampenmachern gekauft, nicht damit solche Lampen nun hergestellt werden können, sondern damit sie nicht hergestellt werden können.“
Bertolt Brecht, „Über Erfindungen“, „Me-ti/Buch der Wendungen“, entstanden im Exil der 1930er Jahre.

Wer glaubt, daß nicht gut sei, was sich nicht rechne, hat zu erkennen vergessen, daß der Markt alles frißt, was er verdauen kann. Ist entscheidend, was hinten dabei herauskommt?

3) Pfui: Politik

„Die besseren Geister wissen, daß das wirklich Neue in der Welt, dem zu dienen der lebendige Geist berufen ist, etwas ganz anderes ist, nämlich die soziale Demokratie und ein Humanismus, der, statt in mutlosem Relativismus steckenzubleiben, wieder den Mut hat zur Unterscheidung von Gut und Böse.“
Thomas Mann, „Schicksal und Aufgabe“, 1944.

Krieg ist nicht Krieg, sondern lediglich ein Gebirgsausflug mit schwerem Gerät. Eines Tages kam der große Hugo und beraunte die Welt mit dem Sachzwang zur mutlosen Zerstörung und der Religion des willenlosen Mitmachens.
Es ist Zeit, daß er verschwindet.

4) Mensch, ach!

„Jede Wirtschaft beruht auf dem Kreditsystem, das heißt auf der irrtümlichen Annahme, der andre werde gepumptes Geld zurückzahlen. Tut er das nicht, so erfolgt eine sog. ›Stützungsaktion‹, bei der alle, bis auf den Staat, gut verdienen. Solche Pleite erkennt man daran, daß die Bevölkerung aufgefordert wird, Vertrauen zu haben. Weiter hat sie ja dann auch nichts mehr.“
Kurt Tucholsky, „Kurzer Abriß der Nationalökonomie“, 1931.

Wer nicht mehr lachen kann, kehre bitte zu 1) zurück.


VI. Zum Geleit LII

Zur AS-Sitzung am 24. September 2009

Das starre Regime ist beendet, das Korsett des vermeintlichen Sachzwangs noch nicht aufgeschnürt. Die Kultur der scheinbar natürlichen Konkurrenz - ökonomisch und politisch forciert - wirkt nach. Eine offene solidarische Verständigung über die realen Probleme und Möglichkeiten der Universität als öffentliche Einrichtung der Aufklärung wäre die angemessene Befreiung. Der AS sollte sich dieser Herausforderung mit Blick auf die erkämpfte Novellierung des Hamburgischen Hochschulgesetzes (HmbHG) stellen und auch eine selbstkritische Diskussion zur künftigen Uni-Entwicklung - wider die totale Vermarktung und für humanen Fortschritt - einleiten. Das wäre zudem hilfreich bei der Präsidentenfindung, die aus dem dunklen Off auf die gerade ohne Applaus verlassene Bühne geschoben werden soll.

Laßt uns sehen!

1) Was ist geblieben?

„Das Interesse braucht ideologischen Schmuck, die Machtpolitik kleidet sich in Messianismus, und was man Propaganda nennt, hat nirgends viel mit Wahrheit zu tun.“
Thomas Mann, „Meine Zeit“, 1950.

Der Studiengebührenzahler ist ein König. BachelorMasterSTiNE bedeuten pures Glück. Der Hochschulrat ist ein kompetentes Gremium.
Frau Auweter-Kurtz wirbt für Angela Merkel (CDU).
Welche der Aussagen ist wahr?

2) Neue Aufgaben

„Ich weiß nicht, wer in dem Hause wohnt, vor dem der Mann Posten steht. Ich weiß nicht, ob überhaupt jemand drin wohnt. Aber ich weiß, daß der Soldat nur um der Ehre willen vor dem Tor steht. Um der Ehre dessen willen, der in dem Hause wohnen könnte, wenn er hierzu Lust hätte.“
Alfred Polgar, „Der Posten“, 1918/1927.

Die Ehre der einen speist sich aus der Ehrfurcht der anderen.
Der Soldat kann den Posten verlassen, sein Gewehr abgeben und erquicklicheren Aufgaben nachgehen. Er kann dazu ermuntert werden. Das gilt für die Innen- wie für die Außenpolitik.

3) Erweiterung

„Vertrauet eurem Magistrat,
Der fromm und liebend schützt den Staat
Durch huldreich hochwohlweises Walten;
Euch ziemt es stets, das Maul zu halten.“

Heinrich Heine, „Erinnerung aus Krähwinkels Schreckenstagen“, 1853.

Krieg ist nicht Krieg, sondern lediglich ein Gebirgsausflug mit schwerem Gerät. Eines Tages kam der große Hugo und beraunte die Welt mit dem Sachzwang zur mutlosen Zerstörung und der Religion des willenlosen Mitmachens.
Es ist Zeit, daß er verschwindet.

4) Ein Schritt in die richtige Richtung

„Eine Katze, die eine Maus tötet, ist grausam. Ein Wilder, der seinen Feind auffrißt, ist grausam. Aber das grausamste von allen Lebewesen ist eine patriotische Frau.“
Kurt Tucholsky, „Schnipsel“, 1932.

Am 27. September ist Wahltag.


VII. Zum Geleit LIII

Zur AS-Sitzung am 22. Oktober 2009

„Deutschland“ hat gewählt. Es mangelte noch an klar gerichteter humanistischer Alternative zum mit zunehmender Brutalität geführten Kampf der Börsenökonomie. Unbehagen stellt sich unvermeidlich ein. Anpassung an den neoliberalen Hauptstrom - der alles mitnimmt, was sich ihm ergibt - hilft nicht weiter.
Braucht die Universität unternehmerischen Rat bei der Präsidentenfindung anstelle kritischer Souveränität und demokratischer Praxis für Wissenschaft zur humanen Gestaltung der Welt? Verantwortung ist nicht delegierbar.

Vergangenheit, Gegenwart, Zukunft
oder
Die aktive Rolle des Lernens

1) Wer hätte das gedacht?

„Opposition ist Mist. Lasst das die anderen machen - wir wollen regieren.“
Franz Müntefering, März 2004 auf dem Sonderparteitag der SPD. Der Autor des Bonmots wurde an diesem Datum zum Parteivorsitzenden gewählt.

Die Fehler von gestern fallen einem heutzutage schmerzhaft auf die Füße und machen morgen blaue Flecke. Spätestens übermorgen läßt sich - bei Abklingen der Schwellung - aus ihnen lernen.

2) Elend ist Mist

„Der Bürger gilt nichts mehr, der Krieger alles
Straflose Frechheit spricht der Sitten Hohn,
Und rohe Horden lagern sich, verwildert
Im langen Krieg, auf dem verheerten Boden.“

Friedrich Schiller, Prolog zum „Wallenstein“, 1798.

Die kaum abklingenden Militäreinsätze der letzten Jahre haben viele äußere und innere Schäden angerichtet. Die Wahrheit hat auch gelitten. Kein Hunger wurde dadurch beseitigt. Wäre es nicht besser gewesen, diese rabiaten Taten wären erst gar nicht unternommen worden?

3) Traumdeutung

„Man schläft sehr gut und träumt auch gut
In unseren Federbetten.
Hier fühlt die deutsche Seele sich frei
Von allen Erdenketten.“

Heinrich Heine, „Deutschland - Ein Wintermärchen“, Caput VII, 1844.

Wer hölzern die reine Erfüllung des Gang und Gäbe für einzig praktisch hält, bitter lächelt über Skepsis und gewollte Alternative, weint - ohne es zu wissen - in Taschentuch und Daunenkissen.

4) Vorankommen durch Bodenhaftung

„In Tagen, wo die politische Frage so sehr zur Frage der Humanität, des Menschentums selbst geworden ist wie heute, wäre es heuchlerisch und feige, sich aufs Unpolitische hinausreden zu wollen.“
Thomas Mann, „Spanien“, 1937.

Die willige und unfreie Selbstbeschränkung auf das Funktionieren und das Verwaltungshandeln - auch in scheinbar menschlichen Begegnungen sowie der Wissenschaft - heißt, sich stets behandeln zu lassen. Politik ist Angelegenheit und Möglichkeit Aller.
Die aufmerksam gelesene Geschichte lehrt die uneingelösten Chancen. Nur Mut.


VIII. Zum Geleit LIV

Zur AS-Sitzung am 19. November 2009

Mit rund 1.100 Besuchern aus der ganzen Universität zieht der AS ins Audimax um. Der Anlaß ist das Vorhaben von Hochschulrat und Teilen des AS, der Universität mit Dieter Lenzen in einem intransparenten und antidemokratischen Verfahren einen akademischen Offizier des Kapitals als neuen Präsidenten aufzudrücken. Das stößt auf fundierten Widerstand. Der AS flieht, um sich tags darauf am geheimen Ort über den Tisch ziehen zu lassen.
Der Kandidat ist ein - auch im wissenschaftlichen Streit - geübter Apologet einer streng nach ökonomischer Verwertungshierarchie geordneten Gesellschaft. Er hat an der FU Berlin, der er vorsteht, ein real-existierendes Willkür-, Konkurrenz- und Umschmeichelungsregime wider das progressive Erbe dieser Universität errichtet. Die Uni Hamburg bereitet sich auf eine neue Etappe humanistischer Opposition vor. Man meide den Götzen des Erfolges. Feudale Dienste gehören in vergangene Jahrhunderte.

Gedanke, Gestaltung!
oder
Das nützliche Ende des großen Muß

1) Menschliche Kategorien

„Die Sache auf die Spitze zu stellen, könnte man sagen, die Wissenschaft habe nie eine Entdeckung gemacht, zu der sie nicht von der Philosophie autorisiert und angewiesen wäre.“
Thomas Mann, „Freud und die Zukunft“, 8. Mai 1936.

Nicht, wo jede Fliege sich hinsetzt, ist es am schönsten. Lack täusche da nicht. Das Dogma, Mehrheit sei immer gleich Wahrheit, trägt manch folgenschweren Irrtum in sich. Zu unterscheiden ist - schlicht -, wann die Mehrheit irrt und wann sie die Wahrheit trifft. Letzteres ist das Günstigste.

2) Das Toyota-Prinzip

„Artikel 24
(1) Die Opposition ist ein wesentlicher Bestandteil der parlamentarischen Demokratie.
(2) Sie hat die Aufgabe, die Kritik am Regierungsprogramm im Grundsatz und im Einzelfall öffentlich zu vertreten.
Sie ist die politische Alternative zur Regierungsmehrheit.“

Verfassung der Freien und Hansestadt Hamburg.

Das eine ist stets ohne das andere nicht;
Das andere ist des einen bess’res Gesicht.
Nichts ist unmöglich.

3) Brauchen wir Generäle?

„Mit der Tugend besonderer Tapferkeit sollen die Soldaten das erreichen, was die Dummheit der Generäle nicht erreichen kann.“
Bertolt Brecht, „Es sollte in einem Lande keine besondere Sittlichkeit brauchen.“, „Me-ti/Buch der Wendungen“, geschrieben im Exil der 1930er Jahre.

Die Konjunktur von „Erlösern“ ist immer dann besonders gegeben, wenn die Ratlosigkeit aller besonders hoch ist und die große Menge sich deshalb für besonders klein hält.
Nichts ist dann schlauer, als sich zusammenzutun, um den Krieg zu beenden.
Die „Erlöser“ reden dann im Park.

4) Kategorische Menschlichkeit

„(39) Die Philosophien
Welche wohl bleibt von allen den Philosophieen? Ich weiß nicht,
Aber die Philosophie, hoff ich, soll immer bestehn.“

Friedrich Schiller, „Tabulae Votivae“, Gedichte 1795-1802.

Dieses „Mach-mit,-mach-mit-im-strengen-Schritt“ wecke böse Erinnerungen.
Wer locker gehen kann, hat ein hilfreiches historisches Bewußtsein. Schmunzeln wirkt bewegend.
Das ist auch eine Philosophie - für die Zukunft.
Sie beginnt jetzt.


IX. Zum Geleit LV

Zur AS-Sitzung am 17. Dezember 2009

Produktive Unzufriedenheit: Wir könnten alle wesentlich weiter vorangeschritten sein. Der Ärger sei Treibstoff intellektueller Streitbarkeit. Der AS hat sich dennoch in der „Wahl“ des Präsidenten selbst entmündigt. Nun ringt er um Konsolidierung durch die Integration von unabweisbar richtungsweisender Kritik. Erneut wird mit Bezug auf die intensiven studentischen Porteste die bedarfsgerechte öffentliche Finanzierung der Hochschulen, ihre Demokratisierung und die Abschaffung der Studiengebühren gefordert und sich gegen eine Teilprivatisierung von Studiengängen für die wissenschaftliche Weiterbildung ausgesprochen. Dennoch: Um der Tragweite der eigenen Verantwortung auszuweichen, wird sich weiter im engen Gehedder hochschulpolitischen Kleinkleins verstrickt. Wer nicht mitmacht, sieht, daß die eifrigen Jungs und Mädels der beengt betriebswirtschaftlichen Interessenpolitik schwer ins Trudeln gekommen sind.
Gute Voraussetzungen für eine dynamische Politik solidarischer Opposition.

Es ist ein Jung entsprungen

Es ist ein Jung entsprungen
Von einer Höhe hardt.
Wie uns die Blätter sungen,
Von Hessen kam die Art
Und hat ein Bömblein bracht,
Mitten im deutschen Ausland,
Wohl mit der US-Macht.

Das Tumblein, das ich meine,
Davon die Merkel sagt:
Er steht jetzt ganz alleine,
Wenn ihr mich ehrlich fragt.
Auch’s neue Amt ist fort -
Durch Wahrheit, schnell am Ende,
Kam dann der Schlußakkord.

Nur Frieden, dieser feine,
Sagt allen Kriegen Tschüß!
Bringt er uns auf die Beine,
Macht man das Morden mies.
Und greint die "Bild" dabei -
Mag Springer Lügen schreiben,
Die Menge lacht’s entzwei.

Das Leben dieser Tage
Scheint uns ein Jammertal.
Das hebt hervor die Frage:
Wann wird’s wohl besser mal?
Und steht in Brechts Gedicht:
Die Antwort ist die Deine -
Vernunft hat ein Gesicht.

V.i.S.d.P.: Olaf Walther, Golnar Sepehrnia & Christian Sauerbeck, c/o Studierendenparlament, VMP 5, 20146 Hamburg.
Herausgegeben von: Liste LINKS - Offene AusländerInnenliste . Linke Liste . andere Aktive,
harte zeiten - junge sozialisten & fachschaftsaktive an der Universität Hamburg
und FachschaftsBündnis - Aktive für demokratische und kritische Hochschulen,
Veröffentlicht am , http://www.bae-hamburg.de/